Unsere Geschichte

Die EBWE wurde errichtet, um nach dem Kalten Krieg in Mittel- und Osteuropa am Aufbau einer neuen Ära mitzuwirken. Vom Erfolg getragen, hat die Bank ihre Tätigkeiten über die Jahre immer weiter ausgebaut und investiert inzwischen in zahlreichen Ländern auf drei Kontinenten. Die Bank hat bis heute eine Rolle von historischer Bedeutung und einmalige Expertise bei der Beförderung von Transformationsprozessen. Ihre Schwerpunkte sind dabei der Privatsektor und grüne Investitionen. Insgesamt hat die Bank über 220 Mrd. Euro für mehr als 7.800 Projekte bereitgestellt. 2025 erreichte die Bank ein neues Rekordniveau an Jahresinvestitionen in Höhe von 16,8 Mrd. Euro.

Einsatz für Märkte und unternehmerische Initiative

Die EBWE setzt sich dafür ein, den Übergang zur Marktwirtschaft zu begünstigen sowie die private und unternehmerische Initiative zu fördern. An diesem Leitsatz hat sich seit ihrer Gründung zu Beginn der 1990er Jahre nichts geändert. Auch wenn sich die Aufgaben verändert haben und neue Einsatzländer hinzugekommen sind, bleibt dieses Mandat auch in Zukunft bestehen.

Ein Wendepunkt der europäischen Geschichte

Die EBWE wurde in Eile gegründet, als es darum ging, auf eine historische Wende in der Geschichte Europas zu reagieren: den Zusammenbruch des Kommunismus im Osten. Von der Idee einer europäischen Entwicklungsbank, erstmals vorgebracht im Oktober 1989 vom französischen Präsidenten François Mitterrand, bis zur Eröffnung der Bank in London im April 1991 vergingen kaum 18 Monate.

Die Fähigkeit, schnell und entschieden auf große Ereignisse zu reagieren – ob Ende der Sowjetunion, Finanzkrisen, Arabischer Frühling, Coronapandemie oder Krieg in der Ukraine – war somit von Anfang an ein Markenzeichen der EBWE.

In den bewegten Jahren zu Beginn der 1990er wurde der Schwerpunkt der EBWE auf dem Privatsektor als wichtigsten Treiber des Wandels in Mittel- und Osteuropa immer wieder bekräftigt. Mit ihrer einmaligen Expertise bei der Begleitung von Ländern hin zu offenen Märkten etablierte sich die Bank in dieser Zeit als Autorität auf diesem Gebiet.

Die Reformierung des Bankensystems, die Preisliberalisierung, die Privatisierung (Legalisierung und Politikdialog) sowie die Gestaltung eines verlässlichen Rechtsrahmens für Eigentumsrechte – allesamt notwendige Voraussetzungen für den Wandel – wurden damals entscheidend von der EBWE mitgeprägt.

Ebenfalls in diese Zeit fielen die ersten Schritte des Engagements der Bank für die Sicherung und Sanierung der Unfallstelle Tschernobyl in der Ukraine und für nukleare Sicherheit auch an anderen Orten.

Das einzigartige Mandat der EBWE

Anders als andere Entwicklungsbanken hat die EBWE auch ein politisches Mandat – denn sie unterstützt nur Länder, „die sich zu den Grundsätzen der Mehrparteiendemokratie [und] des Pluralismus [...] bekennen und diese anwenden“.

Die Unterstützung des Privatsektors bildet das Herzstück unserer Arbeit. Deshalb haben wir es uns zum Ziel gesetzt, mehr als drei Viertel unserer jährlichen Gesamtfinanzierungen in die Privatwirtschaft zu lenken. Andere strategische Ziele, die ebenfalls eine nachhaltige Marktwirtschaft begünstigen, unterstützen uns auf diesem Weg. Dazu gehören gute Regierungsführung, wirtschaftliche Resilienz, Inklusivität und eine bessere Vernetzung zwischen Wirtschaftssystemen.

Weitere wichtige Anliegen der Bank sind schon immer auch der Umweltschutz und der entschlossene Einsatz für nachhaltige Energie gewesen. So hat sich die Bank seit ihrer Gründung ausdrücklich dazu verpflichtet, „eine ökologisch auch langfristig unbedenkliche Entwicklung zu fördern“.

Mit unserem Ansatz der „Green Economy“-Transformation ist die Klimaschutzfinanzierung jüngst zu einem entscheidenden Leistungsindikator der Bank geworden. Wir achten inzwischen streng darauf, dass der Großteil unseres Geschäftsvolumens ökologisch nachhaltig ist und alle Projekte dem Übereinkommen von Paris entsprechen.

Die Coronapandemie 2020 stellte unsere Einsatzländer, die Anteilseigner und die Bank selbst vor enorme Herausforderungen. In den Krisenjahren 2020 und 2021 konzentrierte die Bank ihre gesamte Arbeitsleistung deshalb darauf, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern.

Die EBWE dient nicht nur den Ländern, die Investitionen von ihr empfangen, sondern den Interessen aller ihrer Anteilseigner – das sind 77 Länder auf fünf Kontinenten, die Europäische Union und die Europäische Investitionsbank. Der Kreis der Anteilseigner vergrößert sich dabei immer weiter. Als neue Mitglieder sind in den letzten Jahren etwa China, Indien, San Marino, Libyen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Algerien, der Irak, Benin, die Elfenbeinküste, Kenia, Nigeria und der Senegal dazugekommen.

Unabhängig von der Zahl der Anteilseigner der EBWE profitieren wir jedoch alle davon, wenn die EBWE-Einsatzregionen weltwirtschaftlich enger und tiefer integriert sind und auf dem Transformationspfad voranschreiten.

Der neue, im März 2023 von König Charles III eröffnete Hauptsitz der EBWE befindet sich im Londoner Canary Wharf. Von dort aus unternimmt die Bank heute mehr denn je, um die Einsatzländer bei ihrem Übergang zu einer offenen und nachhaltigen Marktwirtschaft zu unterstützen.