Unser Ansatz der „Green Economy“-Transformation

Die Klima- und Naturkrise ist ein Marktversagen, das nur dann behoben werden kann, wenn sich die Funktionsweise von Märkten grundlegend ändert. In unserem Ansatz greifen grüne Investitionen, Politikdialog und technische Unterstützung ineinander, um einen systemischen Wandel zu bewirken, der grüne Investitionen auch wirtschaftlich sinnvoll macht. Mit privatwirtschaftlichen Unternehmen als operativem Schwerpunkt schaffen wir die Grundlage für ein langfristiges Wachstum im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Unser Ansatz der „Green Economy“‐Transformation (GET) beschreibt, wie die Bank strategisch vorgeht, um ihre Einsatzländer beim Übergang zu einer widerstandsfähigen und kohlenstoffarmen Wirtschaft zu unterstützen. Nach der GET-Strategie 2026–2030 soll in dem Zeitraum mindestens die Hälfte der bankeigenen Finanzierungen in grüne Initiativen fließen. Die Zahl der unterstützen Projekte mit einer Komponente der Finanzierung von Klimaanpassung soll im Vergleich zu 2021–2025 um mindestens 50 Prozent steigen.

Unsere GET-Investitionen reichen dabei von Erneuerbare-Energien-Projekten in Ägypten über energieeffizientere Busse in der Ukraine bis hin zu Hochspannungsleitungen in Usbekistan. Auch nachhaltige Verkehrsinitiativen in Osteuropa, Projekte zur Abfallminderung in der Türkei sowie Investitionen für mehr Klimaresilienz in Zentralasien gehören dazu.

Die meisten Einsatzländer der EBWE sind Volkswirtschaften mit mittlerem Einkommen, die sich in einem politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Wandel befinden. Wie jede Veränderung bringt auch diese Transformation zahlreiche Herausforderungen mit sich, insbesondere in Bezug auf die globale Wettbewerbsfähigkeit, die demografische Entwicklung und die energetische Versorgungssicherheit.

Weitere zentrale Fragen, die unsere Einsatzländer beschäftigen, sind die CO2-Intensität ihrer Wirtschaft und ihre Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel. So liegt die Kohlenstoffintensität in unserer Einsatzregion fast beim Fünffachen des EU-Durchschnitts; gleichzeitig sind die EBWE-Einsatzländer in besonderem Maße für die Folgen des Klimawandels anfällig.

Ob Land und Boden, Wasser, Luft oder Artenvielfalt: Durch ihre hohe CO2-Intensität sind diese Länder ökologisch enorm belastet – mit Folgen für die Gesundheit und die Lebensgrundlagen der dort lebenden Bevölkerung.

Mit dem GET-Konzept knüpfen wir an unsere über 30-jährige Erfahrung mit der Finanzierung grüner Investitionen an. Erste Ansatzpunkte sind dabei Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Im GET-Ansatz kommt die ganze Fülle von EBWE-Finanzinstrumenten zum Einsatz. Um Klimaschutzfinanzierung für unsere Kunden zu mobilisieren, arbeiten wir außerdem eng mit den Klimainvestitionsfonds (CIF), der Europäischen Union, der Globalen Umweltfazilität, dem Grünen Klimafonds und anderen bilateralen Partnern zusammen. Parallel dazu haben wir eine Reihe eigener Programme zur Förderung grüner Investitionen erarbeitet.

Neben der Finanzierung grüner Investitionen arbeiten wir im engen Austausch mit unseren Einsatzländern und privatwirtschaftlichen Partnern daran, ein auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Investitionsumfeld zu schaffen.

So unterstützen wir im Rahmen unseres NDC-Förderprogramms Länder bei der Zahlung ihrer nationalen Klimaschutzbeiträge, erarbeiten gemeinsam mit Regierungen robuste Rechts- und institutionelle Rahmen und bauen Hand in Hand mit Industrieverbänden CO2-arme Lieferketten auf.

Der GET-Ansatz steht im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sowie dem Übereinkommen von Paris. Seine konkrete Umsetzung findet das Konzept in den Sektor- und Länderstrategien der Bank im Einklang mit dem einmaligen Geschäftsmodell der EBWE. Seit Ende 2022 sind alle Tätigkeiten der EBWE an die Klimaschutz- und Anpassungsziele des Übereinkommens von Paris angeglichen.