President Mirow calls for solidarity with emerging Europe

By EBRD  Press Office
@ebrd

In an article appearing in a special edition of the Frankfurter Allgemeine Zeitung to mark the Euro Finance Week in Frankfurt, President Mirow quotes the EBRD's Transition Survey, published 15 November 2011, to highlight the more dramatic effect the global economic crisis is taking on eastern Europe, where many more people than in the west lost their jobs or had to dramatically cut  their everyday needs.

Thomas Mirow notes that while the economic fundamentals of many eastern European countries are more solid today than their western counterparts, the eastern European economies are threatened by the eurozone crisis. He has called on the West to show the same solidarity with the East that it has demonstrated since 1989 and reiterated that the EBRD is ready to continue its investment in the region.

Osteuropa – wirtschaftliche erholung und neue risiken

Wieder einmal stehen die Schwellenländer Europas vor immensen Herausforderungen, die sie nicht selbst verschuldet haben.

Die Europaische Bank fur Wiederaufbau und Entwicklung ist in einem grosraumigen Gebiet tatig, das sich von Polen bis zur Mongolei und vom Baltikum bis zur Turkei erstreckt. Viele dieser Lander wurden vor drei Jahren schwer in Mitleidenschaft gezogen, als eine vom US-amerikanischen Hypothekarmarkt ausgehende Finanz- und Wirtschaftskrise Osteuropa in die schlimmste Rezession seit dem Zusammenbruch des Kommunismus vor 20 Jahren sturzte. Einige Volkswirtschaften schrumpften um mehr als 10 Prozent.

Die EBWE, die nach dem Fall der Berliner Mauer ins Leben gerufen wurde, um die Entwicklung der Marktwirtschaft in der ehemals kommunistischen Welt zu fordern, unterstutzt diese Lander tatkraftig in ihren Bemuhungen, sich von der Krise zu erholen. Die Menschen in Osteuropa haben schwere Opfer gebracht. Eine kurzlich von uns in Auftrag gegebene Befragung von 38000 Haushalten fuhrte zu einem ernuchternden Ergebnis. Der Bericht „Life in Transition“ zeigt auf, dass die sozialen Sicherungsnetze, die viele Menschen in den Industrielandern vor den schlimmsten Folgen des Abschwungs verschonten, in Osteuropa entweder wirkungslos blieben oder ganzlich fehlten. Weitaus mehr Menschen als im Westen sahen sich im Osten nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes gezwungen, drastische Masnahmen zu ergreifen, wie weniger zu essen oder auf Arztbesuche zu verzichten.

Dennoch erwies sich Osteuropa im Angesicht der Krise als widerstandsfahig. Die notwendigen Sparmasnahmen wurden von den Menschen dort in beeindruckender Weise umgesetzt – womoglich, weil sie schon fruher Zeiten der Entbehrung durchlebt hatten. Es ist ihnen schlieslich gelungen, ihre Volkswirtschaften aus der Rezession in den Aufschwung zu fuhren, wenn auch etwas spater als in anderen Landern der Welt. Jetzt steht aber bereits die nachste Bedrohung vor der Tur.

Die jungsten Prognosen der Volkswirte der EBWE lassen einen erneuten Ruckgang der Wachstumsraten in Osteuropa erwarten, da die Region sich wieder einmal mit einer Herausforderung von ausen konfrontiert sieht. Die Staatsschuldenkrise macht sich weit uber die Grenzen Westeuropas hinaus bemerkbar. Die Geschicke der exportorientierten Staaten Osteuropas hangen masgeblich von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung im Westen ab. Auserdem sind viele westeuropaische Banken stark in den Landern Osteuropas engagiert.

Allerdings sind die wirtschaftlichen Eckdaten in vielen Landern Osteuropas heute – gerade wegen der Opfer, die so viele Menschen dort gebracht haben – viel solider als vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers vor drei Jahren. Das Wachstumspotential der Region ist nach wie vor sehr vielversprechend.

Die EBWE wird weiterhin stark in ihre Einsatzlander investieren – im letzten Jahr waren es 386 Projekte uber insgesamt 9 Milliarden Euro –, um Aufschwung und Wandel in diesen vielversprechenden Volkswirtschaften zu fordern. Wenn die Entscheidungstrager in der Eurozone um Losungen fur die Schuldenkrise ringen, durfen sie keinesfalls vergessen, dass jede ihrer Entscheidungen Auswirkungen weit uber die Eurozone hinaus haben wird. Der Westen hat 1989 Solidaritat mit dem Osten gezeigt und sollte es auch heute tun.

Thomas Mirow, Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.