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Osteuropa widersteht globalem Abschwung
Transition Report der EBWE sieht anhaltend starkes Wachstum von mehr als 4 Prozent in 2001
Ineffiziente Nutzung der Energiequellen der Region behindert das Wachstum und
schadet der Umwelt
Das Wachstum in Mittel- und Osteuropa (MOE) und der Gemeinschaft Unabhängiger
Staaten (GUS) hat sich 2001 nur leicht abgeschwächt. Die meisten Länder der
Region zeigten sich gegenüber dem globalen Konjunkturabschwung
widerstandsfähiger als andere Schwellenmärkte, so der jüngste heute von der
Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung veröffentlichte Transition
Report. Nach seiner Prognose soll das Wachstum in der Region nach 5,5 Prozent
im Jahr 2000 im laufenden Jahr um 4,3 Prozent zunehmen.
Die Widerstandskraft ist zurückzuführen auf die fortgesetzten Reformbemühungen
von Ländern, die die Beitrittsbedingungen der EU zu erfüllen suchen, sowie auf
die von hohen Energiepreisen und einer wettbewerbsfähigen Währung
vorangetriebene Erholung Russlands. Jedoch sei die Region, so warnt der
Report, nicht immun gegenüber den Risiken eines anhaltenden globalen
Wirtschaftsabschwungs und werde einer sich abschwächenden Nachfrage nach ihren
Exporten und weiteren Preisschwankungen für Öl und andere Exportrohstoffe
standhalten müssen.
Nachhaltige Reformfortschritte sind nach wie vor selbst in den relativ
fortgeschrittenen mitteleuropäischen Ländern von entscheidender Bedeutung.
Diese Anstrengungen helfen Ländern beim Umgang mit Ungewissheiten und
Veränderungen in der globalen Wirtschaft. In einem Sonderteil bestätigt der
Report, dass der Energiereichtum sich in den letzten Jahren günstig auf
Russland und die öl- und gasreichen Länder der Kaspischen Region ausgewirkt
hat. Allerdings sei zu wenig getan worden, so der Bericht, um diesen Reichtum
in eine Quelle langfristigen Wachstums zu verwandeln. Der Energiesektor - und
das für manche Länder damit verbundene Risiko verzerrter Entwicklung und
volkswirtschaftlichen Mismanagements - ist nach wie vor eine entscheidende
Herausforderung für die Zukunft.
Willem Buiter, Chefvolkswirt der EBWE, hält die Schwellenländer Europas noch
immer für einen der wenigen Lichtpunkte in einem sonst verdüsterten
globalwirtschaftlichen Umfeld. Das Wachstum werde sich wahrscheinlich auch im
Jahr 2002 fortsetzen, wenngleich langsamer - um etwa 3 Prozent. Ein weiterer
weltweiter Abschwung würde die Aussichten allerdings noch verschlechtern. Herr
Buiter hob hervor, dass die relative Widerstandskraft der Region zum Teil auf
der Stärke der Reformen beruhe. Weitere Fortschritte erforderten aber
Anstrengungen in Richtung auf eine stärkere Haushaltskonsolidierung und eine
verbesserte einheimische Ersparnis.
Im Sonderteil zum Thema Energiesektor kommt der Report zu dem Schluss, dass
die Region ihr Potenzial als Energieproduzent und -exporteur noch längst nicht
ausgeschöpft hat. Ernsthafte Beschränkungen für Investitionen in den Sektor
stellten nach wie vor ein großes Hindernis dar. Darüber hinaus könnten die
Länder der Region viel mehr für die Förderung des effizienten
Energieverbrauchs tun.
Laut Report müssen Russland und die Kaspische Region die Unternehmensführung
stärken um Investoren zu attrahieren, sowie die gesetzliche und
institutionelle Basis für die Förderung des Wettbewerbs beim Transport von Öl
und Gas schaffen. Darüber hinaus seien potenzielle Einkünfte aus
Energiequellen durch schlecht gezielte Verbrauchersubventionen und häufige
Zugeständnisse an begünstigte Produzenten verschwendet worden. Diese sollten
eliminiert und Einkünfte statt dessen zur Unterstützung einer nachhaltigen
Wirtschaftsentwicklung eingesetzt werden, unter anderem durch die Stärkung der
inländischen Ersparnis sowie Investitionen in Bildung und physischem Kapital.
Der Energieverbrauch der Region insgesamt ist nach wie vor höchst ineffizient.
Sie verbraucht relativ zum BIP zwischen vier (Mitteleuropa und Baltikum) und
13 (GUS) mal so viel Energie wie Westeuropa. Laut Report wäre die Anhebung der
Energiepreise für Haushalte und Industrieverbraucher ein entscheidender
Beitrag zur Lösung. Gleichzeitig müsste ein institutioneller Rahmen geschaffen
werden, der Privatinvestitionen im Stromsektor fördert und diejenigen
unterstützt, die sich höhere Energiepreise nicht leisten können.
Zusammenfassung der allgemeinen Fortschritte im Transformationsprozess
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Die Aussicht auf den EU-Beitritt übt einen bedeutenden Einfluss auf den Umfang
der Reformen in Mitteleuropa, im Baltikum und in Südosteuropa aus. Um diesen
Reformschwung zu erhalten, muss die Glaubhaftigkeit des Beitrittsprozesses
durch eine effektive Reform der EU-Institutionen und Maßnahmen zur
Verminderung und Mitübernahme der Beitrittskosten in den Kandidatenländern
gestützt werden.
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Bosnien und Herzegowina, die Bundesrepublik Jugoslawien und Rumänien, die von
den günstigen Entwicklungen in Südosteuropa profitieren, haben alle im
vergangenen Jahr erhebliche Reformfortschritte erzielt. In der Tat
verzeichnete Jugoslawien im vergangenen Jahr unter allen Einsatzländern der
EBWE die eindrucksvollsten Fortschritte bei Strukturreformen.
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Die Umsetzung von Reformen in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten hat
merklich an Schwung gewonnen.
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In Russland beginnen Mehrheitsaktionäre und Manager sich im Interesse einer
Steigerung des Aktienwerts zu verhalten, anstatt Vermögenswerte und Einkünfte
zugunsten privater Gewinne zu zerschlagen.
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Es ist für die GUS vorrangig, durch den Beitritt zur Welthandelsorganisation
mehr internationalen Handel und Investitionen zu fördern, insbesondere für
Russland, aber auch für die Ukraine, Kasachstan und Usbekistan. Die Übernahme
liberalerer und offenerer Handelssysteme in diesen Ländern wäre für die
kleineren GUS-Volkswirtschaften, von denen einige bereits der WTO beigetreten
sind, äußerst vorteilhaft.
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Als längerfristiges Ziel könnten die Europäische Union und die Vereinigten
Staaten den Abschluss von Freihandelsabkommen mit Russland ins Auge fassen, um
auf diese Weise in der gesamten GUS die Unterstützung der Bevölkerung für eine
größere wirtschaftliche Öffnung zu untermauern.
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Überdies haben sich 2001 die Rechtsreformen in der Region insgesamt
beschleunigt. Viele Länder setzen neue Handelsgesetze in Kraft.
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Die öffentliche Beteiligung an Umweltbeschlüssen entwickelt sich in der
gesamten Region durch die Annahme von Gesetzen und Verfahren zu
Umweltverträglichkeitsprüfungen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass diese
Gesetze und Verfahren effektiv umgesetzt werden.
Gesamtwirtschaftliche Performanz und Aussichten nach Regionen
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Mitteleuropa und das Baltikum sind besonders anfällig gegenüber einem Rückgang
des Exporthandels mit der Europäischen Union sowie einem verminderten Angebot
ausländischer Direktinvestitionen und anderen Risikokapitals.
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Obwohl die Exporte bis April widerstandsfähig blieben, hing das Wachstum
zunehmend von einer kräftigen Binnennachfrage ab. Mit der Abnahme der
Nettoexporte geht die grundlegende Prognose von einem mäßigen Rückgang des
Wachstums in der Region auf unter 3 Prozent sowohl im laufenden als auch im
kommenden Jahr aus.
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Es wird notwendig sein, das Wachstum zu unterstützen, ohne die bereits hohen
Haushalts- und Außendefizite zu verschlimmern. Die beste Chance liegt in einer
Haushaltsstraffung im Verein mit einer flexibleren Geldpolitik.
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Diese Aktivitäten erfordern eine besondere politische Entschlossenheit, da in
den meisten großen Volkswirtschaften der Region Wahlen bevorstehen.
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Das Wachstum in Südosteuropa dürfte im Jahr 2001 mit 4 Prozent stark bleiben,
was weitgehend auf die Erholung in Rumänien und Jugoslawien zurückzuführen
ist. Allerdings sind die Aussichten für 2002 aufgrund des globalen
Wirtschaftsabschwungs eher ungewiss.
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Die Region sollte ihre Anstrengungen auf die Einwerbung von Zuströmen
ausländischer Direktinvestitionen durch Verbesserungen des Investitionsklimas,
eine Fortsetzung der Privatisierungen und vielleicht auch durch wohlgezielte
Investitionsanreize wie beispielweise Steuererleichterungen und Unterstützung
für die Neuansiedlung von Unternehmen konzentrieren.
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Die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten wird in den Jahren 2001-02 ein hohes,
aber sinkendes Wachstum verzeichnen, in der Hauptsache aufgrund eines
abnehmenden Expansionstempos in Russland, der Ukraine und in Kasachstan. Für
die Region wird 2001 ein Wachstum in Höhe von 5,8 Prozent erwartet.
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Das russische Wachstum - die Erwartungen liegen für 2001 bei 5,5 Prozent -
dürfte sich in den nächsten Monaten abschwächen, was negative Auswirkungen für
die Handelspartner in der Region mit sich bringen wird.
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Da die Aussichten für Ölpreise nach wie vor ungewiss sind, könnte der
vorausgesagte Abschwung des russischen Wachstums deutlicher ausfallen als
gegenwärtig erwartet, was zu Dominoeffekten in der übrigen GUS führen würde.
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Russland kann durch eine vorsichtige Haushalts- und Finanzsteuerung zur
Milderung der Auswirkung der Ölpreisschwankungen beitragen - bei hohen
Rohstoffpreisen zum Beispiel durch Rücklage der Einnahmen für schwerere
Zeiten, wenn die Einkünfte niedrig sind. In dieser Hinsicht wurden einige
Fortschritte erzielt.
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Länder, die aufgrund der Krise in Afghanistan möglichen Bedrohungen für ihre
Sicherheit ausgesetzt sind, werden wahrscheinlich Hilfe von westlichen
Regierungen und internationalen Finanzinstitutionen benötigen. Diese Hilfe
wird am effektivsten sein, wenn sie mit erneuten Anstrengungen bei den
Strukturreformen gekoppelt wird.
Presseexemplare des Transition Report 2001 sind beim Communications
Department der EBWE (Loretta Martikian) erhältlich:
Tel: +44 (0) 20 7338 7805
Fax: +44 (0) 20 7338 6754
Der Transition Report 2001 ist für £30 zu beziehen bei:
EBRD Publications Desk
Tel: +44 (0) 20 7338 7553
Fax: +44 (0) 20 7338 6102
E-mail: pubsdesk@ebrd.com
Außerdem ist der Transition Report im Buchhandel zu beziehen.
Der Transition Report 2001 bietet eine eingehende Wertung der Fortschritte
im Transformationsprozess. Er vereinigt eine regionsübergreifende mit einer
auf Einzelländern basierenden Analyse des Reformprozesses. Darüber hinaus
untersucht er die gesamtwirtschaftliche Performanz und bietet einen Überblick
über die Aussichten der Region. Die Reihe der Transition Reports begann im
Jahr 1994 und dokumentiert auf einzigartige Weise die historischen politischen
und wirtschaftlichen Reformen in MOE und GUS sowie ihre Auswirkung auf die
wirtschaftliche Performanz.
Press contact:
Jeff Hiday, Head of Media Relations - Tel: +44 20 7338 6997; E-mail:
hidayj@ebrd.com
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